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Alexa für Lokalredaktionen: ein Praxisleitfaden

Smartspeaker werden immer beliebter, aber wie kommen lokale Nachrichten eigentlich auf die neuen Geräte? Mit Hilfe unserer Projektförderung hat Georg Watzlawek für das Bürgerportal Bergisch Gladbach ein Nachrichtenangebot auf Alexa entwickelt, das auch von kleineren Redaktionen mit überschaubarem Aufwand betrieben werden kann. 

Texte für die Ohren: "Alexa, Nachrichten"
Texte für die Ohren: „Alexa, Nachrichten“

„Audioinhalte werden wieder wichtiger, weil viele Nutzer Medien unterwegs und parallel zu anderen Tätigkeiten konsumieren. Wie Radiohören – aber nicht zu vorgegebenen Zeiten und bei einem Sender, sondern wann und wo es passt“, erklärt Watzlawek.

Branchenexperten sind sich einig: Sprachsteuerung ist ein enormer Audio-Trend und Smartspeaker eröffnen neue Möglichkeiten für Medien und Pressestellen gleichermaßen.

Neue Möglichkeiten für Lokalredaktionen

Die Herausforderung besteht für kleine Redaktionen allerdings nicht nur in der technischen Einrichtung des Kanals, sondern auch in der Beantwortung der Frage, wie sich die Audio-Produktion in den Redaktionsalltag integrieren läßt – und inwiefern die angewandten Techniken und Workflows für die Speaker unterschiedlicher Firmen einsetzbar sind.

Watzlawek und sein Team entschieden sich zunächst für die Echo-Speaker von Amazon (siehe Foto) mit der digitalen Assistentin Alexa, da diese derzeit am weitesten verbreitet sind. Den hierfür erforderlichen Alexa-Skill könne zwar grundsätzlich jeder in Eigenleistung erstellen, der über ein wenig Programmierkenntnisse verfüge. Amazon biete dazu umfangreiche Hilfestellungen an.

Alternativ könnte es sich lohnen, für die Einrichtung eines Alexa-Skills einen Freelancer oder eine Agentur zu beauftragen. Die Kosten hierfür liegen laut Watzlaweks Erfahrung zwischen 2000 und 4000 Euro, je nach Aufwand für Konzeptionierung und Beratung sowie eine möglicherweise notwendige Anpassung der Schnittstellen.

Die Produktion eines Audio-Newsflashs

Um nun nach der Einrichtung des Kanals eigene Audiodateien über Alexa auszuliefern, ist ein so genannter Custom Skill erforderlich. Watzlawek gibt jedoch dazu bedenken: „Dazu
muss jede Nachricht von einem Sprecher eingelesen werden. Das erfordert einen hohen zeitlichen und finanziellen Aufwand, den sich nicht jeder leisten kann“. Hinzu komme eine zeitliche Verzögerung bei der Auslieferung der Nachrichten.

Eine sinnvolle Alternative seien deshalb so genannte Flash Briefing Skills, die bisher von nahezu allen Nachrichtenanbietern eingesetzt werden. Bei diesem Format werden Online-Texte per RSS-Feed ausgeliefert und von der standardisierten Alexa-Stimme in Sprache umgewandelt, also vorgelesen.

Audio im Workflow der Textredaktion

Für Redakteure und Autoren bedeutet das eine Umstellung, denn wenn das Redaktionssystem Texte an Alexa ausliefert, müssen diese auch fürs Hören geschrieben sein und in sich geschlossen funktionieren (ohne Headline). Für Watzlaweks Redaktion hat sich das Vorgehen bewährt, dass der jeweilige Redakteur vom Dienst die tagesaktuell vorliegenden Texte überprüft und sie dann für Audio freischaltet.

Auf diese Weise enthält der Alexa-Skill des Bürgerportals täglich fünf bis sechs kurze Nachrichten. Trotz relativ geringem täglichen Mehraufwand kann die kleine Online-Redaktion aus Bergisch Gladbach nun ihren eigenen Audio-Kanal mit täglichem Newsflash anbieten.

Alexa für Lokalredaktionen: Leitfaden zum Download

Zum Probehören: der Alexa-Skill des Bürgerportals Bergisch Gladbach

Zum Nachmachen: der Praxisleitfaden – Alexa für Lokalredaktionen

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Von Timo Stoppacher am 24.09.2018
Kategorien Best Practice, Lokaljournalismus, Trends

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